Mittwoch, 8. Juni 2011

Folgenschwere Irrtümer Orthopädie und Halswirbelsäule

Die Vorstellung, dass Schmerzursachen stets dort sind, wo Beschwerden stattfinden, ist unerschütterlich. Es zeigt sich jedoch, dass das nur auf etwa 10 % der Rücken-, Nacken- und Gelenkbeschwerden zutrifft. Ein Großteil dieser angeblich orthopädischen Krankheitsbilder ist Folge von Störungen und Erkrankungen innerer Organe. Generell wird aber fast alles, was am Skelett „wehtut“, von Patienten aber auch von Ärzten der Orthopädie oder Rheumatologie zugeordnet. Ein folgenschwerer Irrtum, der sich in ergebnislosen und endlos vielen Behandlungen, zunehmender Zahl von Erwerbsunfähigkeiten und regelmäßig steigenden Krankenkassenbeiträgen niederschlägt. (Siehe auch: Vorsicht Orthopädie, Therapie ohne Diagnose.)

Die Krankengeschichte    

Die etwa 50jährige Patientin leidet seit Jahren unter Schulter- und Nackenbeschwerden, Schwindelzuständen, sowie unter Schmerzen in der Brustwirbelsäule. Sie berichtet davon, wie sie diese Beschwerden in den Griff zu bekommen versuchte: Während der letzten 5 Jahre hatte sie 3 orthopädische Kliniken mit stationären Aufenthalten, etwa 10 Orthopäden, um die 10 Chiropraktoren, sowie diverse „Wunderheiler“ ergebnislos konsultiert. Als Ursache wurde von allen die Wirbelsäule gesehen und behandelt. Niemand kam auf den Gedanken, dass ständige Wiederholungen gleichartiger Therapien erfolglos bleiben müssen, und dass möglicherweise ein anderer Auslöser vorliegen könnte. Zumindest sollten bei Therapeuten und solchen Vorgeschichten Zweifel aufkommen.


Ein Nebenbefund?

Zusätzlich zu den Beeinträchtigungen der Halswirbelsäule waren der Patientin Oberbauchbeschwerden bekannt. Druckgefühle und Schmerzen dort, bis hin zu Sodbrennen waren ständig vorhanden. Die Abtastung der Oberbauchregion ergab Empfindlichkeiten, die auf Reizzustände der Oberbauchorgane hindeuteten. Durch spezielle Untersuchungen wurden diese Erstbefunde detailliert bestätigt. Es wurden eine Zwerchfellhernie sowie mehrere Magen- und Dünndarmgeschwüre gefunden. Dem Gastroenterologen, dem Spezialisten für Magen- und Darmleiden, war allerdings der behauptete Zusammenhang zur Halswirbelsäule unbekannt und wurde von ihm schlicht als „Blödsinn“ bezeichnet.


Der Diaphragma–Halswirbelsäulen–Reflex (DZR)

Der Zusammenhang zwischen inneren Organen und der Halswirbelsäule, der DiaphragmaHWS-Reflex, ist weitgehend unbekannt. Die Reize von Bauch-und Atmungsorganen werden auf das in der Mitte des Rumpfes gelegene Zwerchfell übertragen. Von dort werden sie über den Nerven des Zwerchfells (Diaphragma), dem Nervus Phrenikus zu dessen Ursprüngen in der Halswirbelsäule geleitet und auf die benachbarten Nervengeflechte der Arme und des Nackens übertragen. (Die detaillierte Beschreibung finden Sie hier.) 

Die Behandlung  

In den folgenden Behandlungen wurde mit den einfachen Mitteln, das Störfeuer der Oberbauchorgane zunächst vorübergehend unterbrochen und es trat dadurch erstmals seit Jahren Beschwerdefreiheit ein. Das ohne Mitbehandlung der Wirbelsäule. Als wahrscheinliche Ursache der Beschwerden stellte sich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit aber auch auf bestimmte Schmerzmittel heraus. Durch deren Meidung und in Kombination mit einem Magenschutzmedikament (Omeprazol) konnte weitgehende und mehrere Monate andauernde Beschwerdefreiheit erreicht werden. Befunde, die durch gastroenterologische Untersuchungsergebnisse weitgehend bestätigt wurden.

Der Rückfall   

Leider kam es trotz anfänglichen und wochenlangen Verbesserungen zu einer massiven Verschlimmerung. Obwohl die Patientin – durch eigene Erfahrung – von den tatsächlichen Verursachern der ihrer Schmerzattacken wusste, begab sie sich statt in internistische Behandlung, in eine orthopädische Spezialklinik. Die Vorstellung, dass Nackenschmerzen orthopädische Beschwerden sind, gewann trotz gegenteiliger Erfahrungen wieder die Oberhand.

Wir trafen uns ungefähr 2 Jahre danach wieder und sie hatte zwischenzeitlich zwei weitere orthopädische Kliniken sowie zwei „neue“ Orthopäden und einen weiteren Chiropraktiker kennengelernt. Trotz deren intensiven Behandlung hatte sich an ihrem Gesamtzustand nichts positiv verändert. Es wird zurzeit über eine operative Versteifung der Halswirbelsäule nachgedacht.

Einzelschicksal oder zahllose Realität?

Die Überzeugung, dass die Ursachen von Beschwerden und der Schmerzort stets identisch sein müssen, ist nicht nur bei Patienten, sondern auch bei vielen Ärzten festes Denkmodell. So auch bei den Affektionen der Halswirbelsäule. Statt nach den tatsächlichen Verursachern zu suchen, werden deren Auswirkungen behandelt. Die praktische und tägliche Erfahrung zeigt, dass das in der Mehrheit aller Fälle geschieht.


Klaus Radloff
www.klaus-Radloff.com


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Die Energetisch-Statische-Behandlung (ESB/APM n.Radloff) wird im

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Kommentare:

  1. Erste Reaktionen auf diesen Artikel:

    Ein Hausarzt fand den möglichen Zusammenhang zwischen inneren Organen und der Halswirbelsäule überlegenswert und grundsätzlich logisch.

    Ein Gastroenterologe zog das Thema ins Lächerliche und ein Internist überreichte seiner Patientin (scheinheilig) lächelnd und ansonsten kommentarlos eine Einweisung in die Psychiatrie.

    Mit den hier geschilderten Zusammenhängen habe ich annähernd täglich zu tun. Zu persönlichen Beratungen per Email bin ich übrigens gerne bereit. Kontakt über:
    http://www.klaus-radloff.com/kontakt/

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  2. Ich habe zwar noch keine Erfahrung mit Ihren Theorien gemacht. Aber mit Ärzten.
    Vor längerer Zeit, hatte ich ständig über Jahre hinweg Gallkoliken. Ich war bei Ärzten ect..
    nichts wurde festgestellt. Ich bekam mitgeteilt ich würde psychische Probleme haben. Mittlerweilen spritzte ich mir selber Buscupan.
    Als ein "Tierarzt" mir riet, geh doch mal in die Hämatologie. Ich dachte der spinnt. Versprach jedoch dies zu tun. Dort belächelte man mich auch erst. Kurzum sie riefen mich an, meinten oh oh sowas hätten sie noch nie gesehen, ich habe eine Allergie auf irre viele Dinge. Als erstes eine Mehlallergie. Ach Ach ich war also doch nicht irre. Ich konnte mich jetzt danach richten und seit jahren klappt das gut.
    Ärzte sind gute Ärzte wenn sie alternativ Medizin nicht ausschliessen sondern sinnvoll kombinieren. Wenn sie den Mensch als "Ganzes" sehen.
    Dem Hausarzt der ihren Artikel überlegenswert findet möchte ich sagen, probieren sie es einfach aus, mehr als das es genauso wenig hilft wie die Pillen die sie verschreiben kann auch nicht passieren oder?.

    Lg

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